Flatrate: Ein Preis für Alles
Posted on Dez 16, 2009 07:21:40 PM
Flatrate. Was genau ist das eigentlich? In jeder Werbung zu einem Produkt aus dem Bereich der Telekommunikation taucht es mittlerweile auf. So sehr man sich auch über die zunehmende Verwendung von Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch ärgern mag, das Internet ist nunmal ein internationales Medium und so ist englisch als international am häufigsten verwendete Sprache eben auch die wesentliche Sprache im Netz.
Die Flatrate ist im Grunde ein Tarifkonzept, flat heißt übersetzt soviel wie flach, glatt oder eben, rate steht für eine Gebühr beziehungsweise einen Tarif. Eine Flatrate ist also ein niedriger und gleichmäßiger Tarif. Im Bezug zur Nutzung eines Internet-Anschlusses bedeutet dies, dass ein pauschaler Preis für die unbegrenzte Nutzung veranschlagt wird. In der Vergangenheit, als die Surf- und Download-Geschwindigkeiten noch verhältnismäßig gering waren, gab es dieses Tarifkonzept zunächst nicht, gezahlt wurde in der Regel abhängig von der Zeit, die man im Internet verbrachte.
Später, als klar wurde, dass die eigentlichen Kosten nicht durch die Nutzungsdauer, sondern das dabei verbrauchte Datenvolumen entstehen, kamen auch so genannte Volumen-Tarife auf, bei denen nach Megabyte bzw. Gigabyte abgerechnet wurde. Zum Ende der Schmalband-Ära, als mit dem DSL (Digital Subscriber Line) die ersten Breitband-Anschlüsse genutzt wurden und entsprechend der höheren Geschwindigkeit auch das genutzte Datenvolumen (im Internet-Jargon “Traffic” genannt) anwuchs, gab es auch im Schmalband-Bereich die ein oder andere Flatrate, mittlerweile sind Flatrates für Schmalband-Anschlüsse jedoch so gut wie ausgestorben und das, obwohl ein Großteil der ländlichen Regionen in Deutschland noch keine Möglichkeit hat, einen DSL-Anschluss zu bekommen.
Wer jedoch in einem Ballungsgebiet wohnt und problemlos einen DSL-Anschluss nutzen kann, macht sich für gewöhnlich überhaupt keinen Gedanken mehr um den Tarif, den er wählen soll, denn die meisten Anbieter verkaufen inzwischen Pakete aus Anschluss, DSL-Flat und Telefon-Flat.
Die Öffnung des Telekommunikationsmarktes durch die Bundesnetzagentur und die Privatisierung der Deutschen Post und späteren Telekom hat dabei durch Belebung des Wettbewerbs zwischen den neu entstandenen Kommunikationsunternehmen dafür gesorgt, dass die Preise stetig gesunken sind und man mittlerweile zum Teil für weniger als zehn Euro eine Flatrate bekommt. Wegen der wachsenden Nutzung des Internets machen zudem zeit- oder volumenabhängige Tarife für den privaten Nutzer im Grunde keinen Sinn mehr.
Pauschaltarife haben sich inzwischen auch in anderen Branchen durchgesetzt oder sind zumindest als Alternative übernommen worden. Im Bereich der Telefon- und Handynutzung ist die Flatrate Gang und Gebe geworden und auch “All you can eat”-Angebote in der Gastronomie sind im Prinzip nichts Anderes als eine Flatrate.